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MÜNCHENWissenschaft

Einfühlsame Begleitung: Wie eine Kroatin Sterbende am Bodensee unterstützt

Im Bodenseeraum setzt sich eine Kroatin für die Sterbebegleitung ein. Ihre einfühlsame Art und innovative Ansätze bringen Trost und Hoffnung in die letzten Lebensphasen.

Von Sophie Peters4. Juli 2026, 12:233 Min Lesezeit

Warum ist Sterbebegleitung bedeutend?

Die Sterbebegleitung ist in unserer Gesellschaft oft ein Tabu. Viele Menschen schieben das Thema bis zur letzten Minute hinaus. Ironischerweise ist es jedoch genau dieser Unwille, sich mit dem unvermeidlichen Ende des Lebens auseinanderzusetzen, der es für die Betroffenen und deren Angehörige erheblich erschwert, während der letzten Lebensphase Trost zu finden. Sterbebegleitung geht über die physische Betreuung hinaus; sie berührt emotionale, psychologische und spirituelle Dimensionen, die entscheidend sein können, um das Sterben zu einem möglichst friedlichen und würdevollen Prozess zu gestalten.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle, die Kulturen und individuelle Hintergründe bei der Gestaltung des Sterbeprozesses spielen. Die einfühlsame Unterstützung durch eine Fachkraft kann den Unterschied zwischen einem angstvollen und einem friedlichen Abschied ausmachen. An dieser Stelle kommt eine gebürtige Kroatin ins Spiel, die am Bodensee mit ihrem Ansatz der Sterbebegleitung wegweisende Arbeit leistet.

Wie kam es zu dieser Initiative?

Die Frau, deren Engagement hier beleuchtet wird, ist nicht nur aufgrund ihrer Herkunft, sondern auch durch ihre persönliche Lebensgeschichte zu dieser Aufgabe gekommen. Geboren in Kroatien, erlebte sie selbst, wie ihre Großeltern im Alter mit der Frage des Sterbens und der damit verbundenen Ängste umgingen. Diese Erfahrungen prägten ihre Sichtweise auf die Sterbebegleitung und gaben ihr den Anstoß, eine Ausbildung in diesem Bereich zu verfolgen.

Am Bodensee angekommen, stellte sie fest, dass es hier, trotz der idyllischen Kulisse, an Angeboten zur qualitativen Sterbebegleitung mangelte. Mit einer Mischung aus Einfühlungsvermögen, Fachwissen und interkultureller Kompetenz begann sie, ein Netzwerk aufzubauen, das nicht nur die physischen Bedürfnisse der Sterbenden, sondern auch deren emotionale und psychologische Unterstützung in den Vordergrund stellt.

Auf welche Herausforderungen stößt sie?

Die Arbeit in der Sterbebegleitung ist nicht ohne Herausforderungen. Oftmals stehen die Begleiterinnen und Begleiter vor emotionalen Belastungen, die nur schwer zu bewältigen sind. Zudem begegnen sie einer Vielzahl von kulturellen Unterschieden. Während die eine Familie den Wunsch nach einer intensiven medizinischen Betreuung hat, möchte eine andere eventuell eine sanfte, palliative Versorgung.

Diese Unterschiede erfordern Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Die Kroatin hat gelernt, diese Herausforderungen anzunehmen. Durch regelmäßigen Austausch mit Fachkollegen und die Teilnahme an Fortbildungen bleibt sie nicht nur auf dem aktuellen Stand der Forschung, sondern findet auch neue Ansätze, um den Sterbenden und ihren Angehörigen die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Was macht ihren Ansatz besonders?

Was das Konzept der Sterbebegleitung unter der Anleitung dieser Kroatin so bemerkenswert macht, ist die Kombination traditioneller und innovativer Methoden. Sie bringt Elemente aus ihrer kroatischen Kultur in die Praxis ein, sei es durch spezielle Rituale, die dem Tod einen Platz im Leben der Menschen einräumen, oder durch Gesprächsformen, die Raum für ungeschminkte Ehrlichkeit schaffen.

Darüber hinaus nutzt sie kreative Ansätze wie Kunsttherapie und Musik, um Brücken zu bauen. Hierdurch gelingt es oft, auch mit Patientinnen und Patienten zu kommunizieren, die vielleicht nicht mehr verbal ausdrücken können, was sie brauchen oder fühlen. Gerade in der letzten Lebensphase kann ein solches Angebot einen erheblichen Unterschied machen, indem es den Sterbenden ermöglicht, ihre Gefühle auf eine andere Weise auszudrücken.

Wie wird ihre Arbeit wahrgenommen?

Die Reaktionen auf ihre Arbeit sind überwältigend positiv. Angehörige berichten von einer spürbaren Erleichterung, die sich einstellt, wenn sie wissen, dass ihre Lieben in guten Händen sind. Aber auch die Sterbenden selbst finden Trost und Frieden in der Art und Weise, wie sie betreut werden. Es ist interessant zu beobachten, wie eine einfache menschliche Note und die Rückbesinnung auf kulturelle Wurzeln in der modernen Sterbebegleitung eine tragende Rolle spielen können.

Diese Initiative ist nicht nur lokal von Bedeutung. Sie könnte als Modell für andere Regionen dienen, in denen ähnliche Herausforderungen bestehen. Im besten Fall könnte die kroatische Sterbebegleiterin eine Bewegung starten, die einer breiteren Anerkennung von Sterbebegleitung als einer wertvollen Disziplin in der Gesundheitsversorgung Vorschub leistet.

Fazit

Die Arbeit dieser Kroatin am Bodensee zeigt, dass Sterbebegleitung eine Kunst für sich ist. Ihre Fähigkeit, Wissen und Empathie zu verbinden, stellt eine Brücke zwischen Leben und Tod dar. Wenn wir als Gesellschaft offen für solche Ansätze werden, könnten wir sowohl den Sterbenden als auch den Hinterbliebenen eine andere, vielleicht sogar bessere Art des Abschieds ermöglichen.

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